Donnersbergkreis
Susanne Faschon

Susanne Faschon

(1925 - 1995)

Jakobsweiler

Schriftstellerin

Susanne Margarete Faschon geb. Reuter wurde am 3. Mai 1925 in Kaiserslautern geboren. Sie war ein sehr sensibles und nachdenkliches Kind, bedingt durch eine eher unglückliche Kindheit. 1944 absolvierte sie ein Einser-Abitur an der Höheren Weiblichen Bildungsanstalt (HWB) in Kaiserslautern, wobei sie den Scheffel-Preis für besondere sprachliche Leistungen erhielt.
Susanne hätte gerne Lehrerin werden wollen, heiratete jedoch den Grabsteinbildhauer Rudolf Faschon. 1948 wird ihre Tochter Viola geboren, von der sie später zwei Enkelkinder haben wird. Schlechte wirtschaftliche Verhältnisse bringen es mit sich, dass sie größtenteils die Familie ernähren muss, als Stenotypistin in Ramstein. Zum Dichten bleiben nur die Nachtstunden an einer freigeschaufelten Ecke des Küchentisches. 1953 erscheint ihr erstes Gedichtbändchen „Das Blumenjahr“. 1956 erhält sie den ersten Preis im Bockenheimer Mundartwettbewerb, zu dessen Jury sie von 1960 bis 1995 gehörte.
1960 wird Susanne Faschon zur zweiten Vorsitzenden im Schriftstellerverband Rheinland-Pfalz gewählt, dessen Vorstand sie mit kurzer Unterbrechung bis 1984 angehört.
Seit Ende der 50er Jahre arbeitet sie als Chefsekretärin von Carl Maria Kiesel, dem im dritten Reich verfolgten und nach der Emigration heimgekehrten Direktor der Pfalzgalerie. 1965 verlässt sie Kaiserslautern, wohnt dann in Mannheim, wo sie bei der Wissenschaftlichen Buchgemeinschaft, im Reiß-Museum und schließlich in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek arbeitet. 1968 heiratet sie den 22 Jahre älteren C. M. Kiesel und zieht nach Bischofsheim bei Mainz. Sie wird Bibliothekarin und Sachbearbeiterin beim Südwestfunk in Mainz und bleibt dort bis zu ihrer Pensionierung.
Durch Kiesels Tod 1971 verstummt ihr dichterisches Schaffen, bis sie 1973 ihren späteren dritten Mann, Hans Stirn, kennen lernt. Er wird Susannes „Medium“ wie sie es nannte, der selbst in seiner Eigenschaft als Professor für Soziologie und Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Wiesbaden, als Autor von wissenschaftlichen Büchern und Artikeln mit seiner heiteren und positiven Lebenseinstellung den Anstoß gibt zu ihrer fruchtbarsten und vielseitigsten Schaffensperiode. Es entstanden Werke wie „Der Traum von Jakobsweiler“ und „Der Winterkönig“. Sie heiraten 1974 und wohnen in Hochheim am Main.
1978 wird Susanne Faschon mit dem Pfalzpreis für Literatur ausgezeichnet.
Die Verbundenheit mit dem Donnersbergkreis begann 1978, als sie mit Johannes Stirn ein altes Häuschen in Jakobsweiler erwarb. Dieses Feriendomizil wurde zu einer Begegnungsstätte mit neugewonnenen Freunden und Künstlern, vor allem aus der Pfalz. Nach Johannes Stirns Tod erfolgt eine verstärkte Hinwendung zur pfälzischen Mundart; bedeutsam der Transfer hochdeutscher Gedichte ins Pfälzische über Krankheit, Liebe und Tod ihres Mannes („Mei Gedicht is mei Wohret“).
1984 stirbt Johannes Stirn. Sie selbst erkrankt 1993 an Darmkrebs und stirbt 1995. Ihre letzte Ruhe findet sie neben ihrem geliebten Johannes auf dem idyllisch gelegenen Friedhof in Jakobsweiler.
Autorin: Inge Michno
Foto: Privat
Quelle: Biographischer Abriss
Susanne Faschon von Inge Michno, Donnersberg-Jahrbuch 2006
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