Inge Schworm

(1932 – 2009)

Niederalben

Heimatkundlerin

Inge Schworm war eher eine der Stillen im Land, das laute Wort war nicht ihre Sache. Wenn sie sich zu einem Thema äußerte, dann in einer ruhigen, besonnenen und durchdachten Art und Weise. So zumindest hat sie der Autor auf zahlreichen Veranstaltungen und Exkursionen erlebt. Und er erinnert sich noch gut daran, als er 1982 bei Ernst Schworm, dem Schriftleiter der Westricher Heimatblätter, als Neuling seinen ersten heimatkundlichen Artikel ablieferte, da warnte Inge Schworm ihn scherzhaft: "Wenn man einmal mit dem Virus Heimatkunde infiziert ist, dann lässt einen das lebenslang nicht mehr los." Dies galt auch für Inge Schworm selbst.
Inge Schworm
Sie hatte einen ausgezeichneten Überblick und ein fundiertes Wissen über die Regionalgeschichte und davon legen auch etliche Artikel in den Westricher Heimatblättern und im Westrichkalender Kusel Zeugnis ab. Sie schreibt zu so unterschiedlichen Themen, wie dem steinzeitlichen Beilchen von Gumbsweiler, dem Mithras-Denkmal bei Reichweiler, der Adelssippe der Herren von Alben und anderes mehr.
Geboren war Inge Vogt am 3. Februar 1932 in der Vorderpfalz, in Freinsheim. Sie ergriff den Beruf einer Lehrerin und lernte während der Ausbildung an der Pädagogischen Akademie in Kaiserslautern ihren späteren Mann, Ernst Schworm, kennen. Die beiden heirateten und als Ernst Schworm 1957 als Junglehrer nach Niederalben, damals noch Kreis Birkenfeld, versetzt wird, geht Inge Schworm als Lehrerin an die Volksschule in Ulmet. Beide ahnten damals noch nicht, dass sie über 50 Jahre in dem malerisch gelegenen Dörfchen Niederalben eine zweite Heimat finden sollten. Die Familie bekommt Nachwuchs, zwei Töchter und einen Sohn. Als sich die Kinder einstellen, nimmt Inge Schworm, wie das damals noch üblich war, eine "Auszeit" und kümmert sich um die Kindererziehung. Und als sie dann selbstständig werden - in der Pfalz herrscht Lehrermangel - kehrt sie wieder in den Dienst zurück, diesmal nach St. Julian.
Politisch war Inge Schworm sehr engagiert; sympathisierte schon früh mit der Gesamtdeutschen Volkspartei von Gustav Heinemann, dem späteren Bundespräsidenten.
Sie tritt ein für den Umweltschutz, zu einer Zeit, als ein "grünes Bewusstsein" gerade erst im Entstehen war. Sie kämpft für die Bürgerrechte, die Frauenemanzipation und gegen Aufrüstung. Engagiert ist das Ehepaar Schworm auch in der Ostermarsch-Bewegung, die sich in der Westpfalz gebildet hatte. Inge Schworm traf sich auch regelmäßig mit gesellschaftspolitisch interessierten Frauen in Kaiserslautern zu Diskussionsforen.
Immer wieder schreibt sie Leserbriefe, vor allem in der Rheinpfalz, in denen sie sich zu den unterschiedlichsten Themen äußerte. Mit ihrer Meinung eckte sie dabei oft an, war im besten Sinne des Wortes "unbequem", eine engagierte und kritische Mitbürgerin.
Zuletzt verfasste sie die Ortsartikel über Niederalben und St. Julian in den Sonderheften der Westricher Heimatblätter zu den Verbandsgemeinden Altenglan und Lauterecken - das eine ihr Wohnort, das andere einer ihrer Schulstandorte. Ihre letzten Lebensjahre waren durch Krankheiten überschattet. Inge Schworm starb 2009 und wurde auf dem Friedhof in Niederalben beigesetzt.
Autor: Dieter Zenglein
Foto: Privat
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