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Emma Leber

(1914 – 2001)
Albisheim

Ehrenbürgerin

Emma Leber, geb. Baum, wurde als echtes Albisheimer Kind am 15. April 1914 als eines von sieben Geschwistern geboren. Nach der Schulzeit begann sie, die so gerne Schneiderin werden wollte, aber keine Stelle bekam, in der damals renommierten Gaststätte Weigel (später Ochsner) zu arbeiten. Hier lernte sie alles was man im Leben brauchte. Hier erwarb sie auch ihr späteres Stehvermögen, das sie bis zu ihrem Tode auszeichnete.
Emma Leber

Viertel vor fünf morgens war sie nämlich die Erste beim Aufstehen und nachts, nach 24 Uhr, die Letzte, die nach getaner Arbeit geschafft, aber stets glücklich ins Bett stieg.
So blieb es auch bis kurz vor ihrem Tod. Wenn es ums Helfen ging, ehrenamtlich versteht sich, da war Emma Leber immer zur Stelle. Besonders stolz war sie, niemals eine Absage erteilt zu haben. Sie half im privaten Bereich, insbesondere aber der Gemeinde, der Kirche, den Vereinen, Parteien oder sonstigen Gruppen. Die Art der Hilfe, ob Blumen gießen am Rathaus, Trikotwäsche für Vereine, Würstchen braten bei Veranstaltungen oder Botengänge für Alleinstehende oder Kranke, war ihr egal. Hauptsache, sie konnte helfen und anderen damit eine Freude bereiten. Auch die Mehrfachbelastung war ihr nicht zuviel. Als sie ihren Robert 1943 heiratete, da war sie plötzlich Geschäftsfrau eines Frisörladens und stand, wie könnte es anders sein, auch da „ihren Mann“. In ihrem Ehemann hatte sie auch einen verständnisvollen Partner, der ihre außergewöhnliche Hilfsbereitschaft stets unterstützte.
„Ei selbstverständlich helft eich die Emma, ich werr´s ehr schunn saa“, wurde von ihm immer die Anfrage beantwortet, wenn ihre Hilfe benötigt wurde, sie aber mal wieder unterwegs war.
Emma Leber lebte und liebte das Leben. So gerne wie sie arbeitete, so gerne war sie auch fröhlich, besonders zur Fastnachtszeit. Sie war nie um eine Antwort verlegen, hatte stets einen passenden Witz oder ein Anekdötchen parat. Sie konnte genauso zuhören, wie selbst stundenlang kurzweilig erzählen. Die Lewwer Emma, wie sie immer genannt wurde, war eines der ganz wenigen echten Zellertaler Dorforiginale, das fest mit beiden Beinen auf der Erde stand. Ausgestattet mit unnachahmlichen Humor in jeder Situation, verkörperte sie ein Stück Albisheim. Sie war ein echtes Vorbild und wurde, egal ob von Jung oder Alt, gleichermaßen akzeptiert und respektiert. In jeder Hinsicht war sie eine bemerkenswerte Frau. Sie war offenherzig und ehrlich, besaß viel Geist und Charakter.
Es entsprach ihrer Art, dass es ihr mehr als peinlich war, als sie anlässlich ihres 75. Geburtstages die höchste gemeindliche Ehrung, die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Albisheim, für ihre großen Verdienste erhielt. Zumindest an ihren Geburtstagen bekam sie mit den zahlreichen Glückwünschen all die Zuneigung zurück, die sie in ihrem langen und bewegten Leben immer imstande war, anderen zu geben. Da konnte sie sich kindlich freuen.
Ihr bekanntes „Eijo“ oder „Nix fer ugut gelle“, mit dem passenden fast entschuldigend klingenden, hellen kichernden Lachen hinterher, ist bleibende Erinnerung an das bemerkenswerte Albisheimer Original.
Nach kurzem Krankenhausaufenthalt, ganz rasch, ohne zu klagen, so wie es immer ihre Art war, ist Emma Leber, Albisheims Ehrenbürgerin, fast 87-jährig im Februar 2001 gestorben. Durch ihre Originalität, ihren ehrlichen Charakter und ihre nie enden wollende Hilfsbereitschaft war sie nicht nur in Albisheim, sondern auch weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt, geschätzt und beliebt. Kurzum sie war ein Stück Albisheim.