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Schwester Burghildis Roth

(1932 - 1987)
Landstuhl

Bildhauerin und Kunsterzieherin

Schwester Burghildis Roth gehörte dem Orden der Dominikanerinnen an. Sie schuf bemerkenswerte Beispiele moderner religiöser Kunst. Vor allem in Landstuhl erinnern zahlreiche Werke an ihr Wirken.
Zu ihren herausragenden Arbeiten zählen der vielgestaltige Leuchtträger vor dem Gnadenbild im Speyerer Dom und eine Stele über das Leben von Edith Stein, die im Hof des dortigen Klosters St. Magdalena aufgestellt ist. Als Papst Johannes Paul II. die Domstadt besuchte, wurde ihm eine verkleinerte Nachbildung dieser Stele als Geschenk überreicht.

Burghildis Roth wurde am 20. September 1932 in Homburg-Erbach geboren. Sie besuchte das Institut der Dominikanerinnen in Speyer, anschließend studierte sie in Freiburg und Mannheim. Von 1969 an war sie Kunsterzieherin an der St.-Katharina-Realschule in Landstuhl und leitete die Kurse „Form und Farbe“ der Kreisvolkshochschule Kaiserslautern. 1978 wurde sie mit dem Ehrenpreis der Stadt Salzburg für Bildhauerei ausgezeichnet.

Die Werke der überaus produktiven Künstlerin sind in der Öffentlichkeit auf vielfältige Weise gegenwärtig. Neben ihren Arbeiten für den kirchlichen Raum gestaltete sie auch viele Objekte für den weltlichen Bereich; die Wappen der Verbandsgemeinde am Rathaus in Landstuhl, den Pfeiler der Barmherzigkeit im DRK-Zentrum und den Brunnen vor der Schule am Beilstein in Kaiserslautern.

Ihre eigentliche Stärke sind jedoch die Arbeiten, die in Landstuhl religiösen Themen gewidmet sind: vom Mosaikbild der Heiligen Katharina von Siena an der Außenwand der Mädchenrealschule über die Glasschmelzarbeiten für die Heilig-Geist-Kirche, das Kruzifix in Emaille für die Eingangshalle des St.-Johannis-Krankenhauses bis zur Ausgestaltung der Kapelle im Altenzentrum.

Auch im Landkreis zeugen viele religiöse Darstellungen vom künstlerischen Schaffen der Ordensfrau, so das Josef-Mosaik in der Kirche von Steinwenden, die Skulptur am Maximilian-Kolbe-Haus in Reichenbach-Steegen, der Baum des Lebens für das Gotteshaus in Weilerbach, der St.-Georgs-Brunnen an der Straße nach Trippstadt und das Taufbecken für die Kaiserslauterer Heilig-Kreuz-Kirche.

Das schöpferische Wirken der Künstlerin vollzog sich indessen nicht in völliger Abgeschiedenheit. Nach ihren eigenen Worten brauchte Schwester Burghildis den Dialog und den Austausch, schöpfte sie Anregungen aus dem Umgang mit Menschen. Ihr Studio und ihre Werkstatt in der St.-Katharina- Realschule waren Orte der Begegnung und des Gesprächs. Ihr plötzlicher und unerwarteter Tod am 10. November 1987 war nicht nur ein Verlust für die Region, sondern insgesamt für die heutige christliche Kunst.

Autor: Karlheinz Schauder
Foto: Karlheinz Schauder